Ben LaMar Gay Ensemble

3. November 2022, Alte Feuerwache

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Ben LaMar Gay Ensemble

Manchmal ist das Label der Rettungsanker, wenn es darum geht, einem Album seinen angemessenen Platz in der Plattensammlung zuzuweisen. Man will das Einsortierte ja irgendwann wiederfinden. In diesem Fall heißt das Label: „International Anthem“. Also: Jazz? Im Mai 2018 überraschte der Kornetist und Multiinstrumentalist Ben LaMar Gay mit seinem Album „Downtown Castles Can Never Block The Sun“ die interessierte Öffentlichkeit. Was als Debütalbum daherkam, war zugleich eine Art „Best of“, denn das Album war eine Kompilation von Musik, die über sieben Jahre für sieben Alben entstanden, dann allerdings unveröffentlicht geblieben war. Was seinerzeit begeisterte, war, dass die Musik einerseits zahllose Einflüsse wie diverse Spielweisen von Jazz, HipHop, Pop, Tropicália, Electronica, Dub oder Folk in einer Collage-Manier dokumentierte, aber gleichzeitig wie ein ganz großer Wurf klang. Als Jazz-Kornettist mit HipHop-Roots, der mal in Chicago, mal in Brasilien lebt und arbeitet, setzt sich LaMar Gay mit seinem offensiven Eklektizismus, den man vielleicht „Tranceamericana“ nennen sollte, bewusst zwischen alle Stühle. Dabei ist der Musiker beileibe kein Unbekannter. Vor seinem Debüt war er auf Alben von Jaimie Branch, Bottle Tree, Makaya McCraven oder Bitchin Bajas zu hören, auch ist er der Leader des Ensembles AACM Now Generation, steht also in der Tradition des Art Ensembles of Chicago, von Lester Bowie und Roscoe Mitchell. Also: Great Black Music 2.0? Im November 2021 erschien dann das zweite (oder achte) Album „Open Arms to Open Us“, das klarstellte, dass Ben LaMar Gay auf dem erreichten Niveau weitermachte. Wieder ein wilder Ritt durch die Stile und Genres, mitunter skizzenhaft, mitunter so brachial collagiert, dass man sich auf einem Zappa-Album anno 1970 wähnt. Aber auch Louis Armstrong, Duke Ellington und Gaetano Veloso stehen auf der imaginären Gästeliste. Was in der „Süddeutschen Zeitung“ bereits zum Debütalbum formuliert wurde, hatte Bestand: Aus der Vielzahl kreativer Ideen auf diesem Album würden andere Musiker:innen eine ganze Karriere bauen. Oder mehrere. „Musik zu einer Zeit, von der wir dereinst in unseren kühnsten Träumen hoffen werden, es hätte sie wirklich einmal gegeben.“ Besser kann man es nicht formulieren.

Beginn: 3. November 2022, 20:00

Einlass: 19:00

Ort: Alte Feuerwache, Brückenstraße 2, Mannheim, 68167, Deutschland

Bestuhlung: bestuhlt

Tickets: ab 24 EUR

Abendkasse:

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Besetzung

Ben LaMar Gay : c, syn, voc
Ayanna Woods : syn, voc
Will Faber : g, voc
Matt Davis : voc
Tommaso Moretti : dr

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