Allen Blairman verstorben. Die Legende aus der Nachbarschaft



Die Nachricht hat uns zutiefst geschockt. Alan Blairman, der, das darf man wohl so sagen, große globale Heidelberger Schlagzeuger amerikanischer Herkunft ist tot. Es gibt zwei Arten, seine Meisterschaft in Worte zu fassen. Die eine ist, einfach nur aufzuzählen, mit wem er im Laufe seiner langen Karriere zusammengespielt hat. Hier aus Platzgründen nur einige Namen, die uns allen durch Enjoy Jazz bestens vertraut sind: Charlie Haden, Archie Shepp oder Karl Berger. Näher kommt man diesem großen spirituellen Geist in seiner tief verankerten Menschlichkeit aber, wenn man sich an die persönlichen Begegnungen mit ihm erinnert. Er hatte bei Gesprächen, zum Beispiel im Café, gerne ein Paar Schlagzeugstöcke dabei und erläuterte seine auch außermusikalischen Ideen gerne und mit größter Selbstverständlichkeit rhythmisch auf der Tischplatte. Wenn ihn die Menschen an den umliegenden Tischen daraufhin irritiert anblickten, lächelte er und sagte dadurch wortlos: „Ich kann nicht anders. Und in euch steckt er auch, dieser ewige Rhythmus“. Und irgendwie haben es dann alle verstanden. Wir werden diesen großen Schlagzeuger und unvergleichlich herzlichen Menschen, der im „Trio Variety“ eine letzte musikalische Heimat gefunden hatte, schmerzlichst vermissen.